Tag des Ehrenamts am 05. Dezember – Neue Ansätze für das Ehrenamt

Tag des Ehrenamts am 05. Dezember – Neue Ansätze für das Ehrenamt

Landshut, den 2. Dezember 2019 – Veränderungen in der Gesellschaft und in der Lebenswirklichkeit der Menschen wirken sich auf das ehrenamtliche Engagement aus und verlangen nach neuen Antworten. Ehrenamt bildet aber weiterhin in vielen sozialen Aufgaben, in der Hospizarbeit im Besonderen, eine wichtige Basis. Anlässlich des Welttages des Ehrenamts am 5. Dezember betont der Bayerische Hospiz- und Palliativverband (BHPV) die wichtige Funktion der Ehrenamtlichen, die in der Begleitung schwerstkranker, sterbender und trauender Menschen ebenso unverzichtbar sind wie in anderen Funktionen. – Ehrenamtliche sind am Rande des Lebens einfühlsam da und offen für all das, was an Fragen, Ängsten, Wünschen, Sehnsüchten offen ist und ermöglichen am Lebensende eine menschliche Erfahrung von Angesicht zu Angesicht.

Wie alle gesellschaftlichen Gegebenheiten verändert sich auch das Ehrenamt. Wir freuen uns darüber, dass mittlerweile auch jüngere Frauen und Männer ehrenamtlich in der Hospizarbeit aktiv werden. Dabei steigt auch der Anteil der Männer. Beides sind erfreuliche Tendenzen. Andererseits verkürzt sich die Dauer der aktiven Zugehörigkeit zum Hospizdienst. Das heißt, die Hospizbegleiter bleiben den Einrichtungen nicht mehr über viele Jahre erhalten (die Gesellschaft ist mobiler, Interessen wechseln im Laufe des Lebens, …).  Ebenso verringert sich die Einsatzdauer pro Woche. Die Ehrenamtlichen sind berufstätig, haben Familie, sind in anderen Vereinen aktiv. Es müssen mehr Ehrenamtliche qualifiziert werden und sie bedürfen einer intensiveren Betreuung durch die Hospizdienste.

In der Veränderung sind auch die Herausforderungen in der Begleitung. Viele Mitbürger aus anderen Kulturkreisen kennen keine Ehrenamtsarbeit im Bereich der Begleitung Schwerkranker und Sterbender, da die Pflege und Begleitung traditionell von der Familie und den Nachbarn abgedeckt wird. Dennoch entsteht auch hier Bedarf an Hospizarbeit, weil auch diese Strukturen sich verändern. Andere Herausforderungen liegen in der Begleitung von z.B. Menschen mit Behinderung, obdachlosen Menschen, Menschen mit Fluchterfahrung und Menschen in anderen spezifischen Lebenssituationen, die ihre je eigenen Bedürfnisse und Nöte haben und daher eines besonderen Blickes bedürfen. D.h. Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppierungen fragen mittlerweile hospizliche Begleitung an. Dies verändert das Ehrenamt, das bislang vom Engagement aus der und für die Mittelschicht geprägt war. Umso mehr gilt unverändert das Prinzip, dass Ehrenamtliche für ihre Begleitungstätigkeit qualifiziert werden müssen. Mit den wachsenden Aufgaben und der zunehmenden Verantwortung sind Vereine auch gefragt, neue Anreize zu schaffen, um Menschen für z.B. ehrenamtliche Vorstandsarbeit zu finden. Es bedarf insgesamt an neuen, regionsspezifischen Wegen, Ehrenamtliche für alle Aufgaben der Hospizarbeit zu gewinnen. Mit diesen erkennbaren Trends wird sich der Bayerische Hospiz- und Palliativverband befassen und neue Ansätze für das Ehrenamt entwickeln.

Hintergrund: Bayerischer Hospiz- und Palliativverband (BHPV)
Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband (BHPV) ist seit 1991 die Landesvertretung der Hospiz- und Palliativarbeit in Bayern. Er informiert und unterstützt seine Mitglieder, sichert den Erfahrungsaustausch zwischen seinen Mitgliedern und bietet organisatorische und inhaltliche Hilfestellungen an.

Pressekontakt:

Bayerischer Hospiz – und Palliativverband (BHPV)
Innere Regensburger Straße 13
84034 Landshut

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