Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar: Begleitung über den Tod hinaus

Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar: Begleitung über den Tod hinaus

Landshut, den 9. Februar 2017 – Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband BHPV weist anlässlich des Tages der Kinderhospizarbeit am 10. Februar auf die besonderen Anforderungen der Begleitung schwerstkranker und sterbender Kinder und deren Familien hin. Während Erwachsene nach einem mehr oder weniger erfüllten Leben in der letzten Lebensphase durch die Hospizbewegung begleitet werden, steht in der Kinderhospizbegleitung der „Tod am Anfang des Lebens“ im Mittelpunkt der Arbeit. Zudem nehme “die Kinderhospizarbeit im Vergleich zur Begleitung Erwachsener pro Fall wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Nicht zuletzt werden die Helfer dadurch personell besonders beansprucht”, sagt Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des BHPV.Speziell für die Kinderhospizarbeit hatte der BHPV im Herbst 2016 das Buch “Geistreiche Geschichten hinter historischen Mauern” herausgegeben. Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist das Vorlesen der Geschichten durch die Autoren vor anderen Kindern, die ihre Zeit in Kliniken oder Hospizen verbringen müssen und durch die spannende Lektüre abgelenkt und aufgeheitert werden sollen. Das Buch enthält originelle und lustige Geistergeschichten, die ausnahmslos von Schülern geschrieben wurden.

„In der Kinderhospizarbeit sind noch viele ehrenamtliche Stellen offen ” Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des BHPV. Quelle: BHPV” Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des BHPV.

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Die Begleitung schwerstkranker und sterbender Kinder und deren Familien geschieht ambulant in zwei verschiedenen Organisationsformen: Unterschieden werden der solitäre Kinderhospizdienst und die Kinderhospizarbeit als integrativer Bestandteil eines Hospizdienstes mit speziell dafür ausgebildeten Kinderhospizhelfern. Die ambulante Begleitung schwerstkranker und sterbender Kinder unterscheidet sich wesentlich von der Begleitung von Erwachsenen: Die Begleitung erstreckt sich in der Regel über mehrere Monate und Jahre. Sie beginnt mit der Diagnosestellung und geht oftmals in Form der Trauerbegleitung der Familie über den Tod des Kindes hinaus. Die Begleitung Erwachsener ist in der Regel wesentlich kürzer.

Das Begleitungsangebot der Kinderhospizdienste umfasst nicht nur die Sterbe- beziehungsweise Lebensbegleitung für das erkrankte Kind sondern auch das Begleitungs- und Entlastungsangebot für die Eltern und die eventuell vorhandenen Geschwister. So kann es passieren, dass gar nicht das erkrankte Kind schwerpunktmäßig betreut wird sondern vielmehr die Eltern durch die teilweise Betreuung der Geschwisterkinder entlastet werden.

Auch im Bereich der stationären Versorgung bestehen wesentliche Unterschiede zum Erwachsenenbereich: So steht der Aufenthalt im Kinderhospiz der gesamten Familie als Angebot zur Verfügung und ist in der Regel nicht primär ein Versorgungsangebot für die letzte Lebensphase sondern ein intermittierendes Entlastungsangebot im Krankheitsverlauf. Oft wird das kranke Kind im Kinderhospiz betreut, damit die Eltern gemeinsam mit den gesunden Geschwisterkindern unbelastet ihre Freizeit gestalten können. Darüber hinaus dient der Aufenthalt der Familie im Kinderhospiz auch dem Austausch mit anderen betroffenen Familien.

Der Geschäftsführer des BHPV, Dr. Erich Rösch, weist an dieser Stelle außerdem daraufhin, dass “in der Kinderhospizarbeit noch viele ehrenamtliche Stellen offen sind” und nach engagierten Helfern gesucht wird. Dies umfasst dabei nicht nur Tätigkeiten als Hospizbegleiter/in sondern auch Presse- oder Sozialarbeit. Entsprechende Informationen dazu können auf der Homepage des BHPV eingesehen (www.bhpv.de) werden.

Das Buch “Geistreiche Geschichten hinter historischen Mauern” kann zum Stückpreis von 16,50 EUR zzgl. Versandkosten beim BHPV unter der Telefonnummer 0871 / 9750730 oder per Mail unter info@bhpv.de bestellt werden.

Hintergrund: Bayerischer Hospiz- und Palliativverband (BHPV)
Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband (BHPV) ist die Landesvertretung der Hospiz- und Palliativarbeit in Bayern und wurde im Jahr 1991 als Landesverband der bayerischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen gegründet. Er informiert und unterstützt seine Mitglieder, sichert den Erfahrungsaustausch zwischen seinen Mitgliedern und bietet organisatorische und inhaltliche Hilfestellungen an. Dazu gehören vor allem die Information der Mitglieder beim Aufbau und Betrieb ambulanter und stationärer Dienste, bei allgemeinen Verhandlungen über Entgelte für stationäre und ambulante Hospiz- und Palliativarbeit und sonstige Unterstützungsleistungen für Mitglieder.Zudem wirkt der BHPV als Interessenvertretung gegenüber Gesellschaft, Politik und Kostenträgern. Gemeinsam mit den bayernweiten Trägern der Freien Wohlfahrtspflege und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft hat der BHPV das bundesweit bislang einmalige Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis (BHPB) ins Leben gerufen.

Das BHPB fokussiert sich auf die flächendeckende Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Bayern sowie die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen. Weitere Informationen unter: www.bhpb.org.

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